Die letzten Wochen in Südafrika

Mittwoch 16. Mai 2018

Schon wieder ist die Zeit verflogen, ohne dass ich dazu kam, im Blog etwas zu schreiben! Mal ein Kurzabriss unserer Route:

10 Minuten von Winterton entfernt gab es zu unserer Überraschung ein sehr nettes, kleines KNZ Game Reserve am Stausee Spioenkop – sogar mit White Rhinos!! Und kein Mensch da! Das besondere Erlebnis – man darf aussteigen!

Giants Castle in den Drakensbergen im Sonnenschein ist einfach nur grandios! Der weite Umweg auf unserer Fahrt an die Küste hat sich gelohnt! Leider hatten wir keine Zeit für eine Wanderung! Unser Ziel Port Shepstone, um die Oribi Gorge zu besuchen. Dort wurden wir von einem Wandbild des Michelstädter Rathauses in unserem Zimmer mit Meerblick überrascht – der Guesthouse-Besitzer Stephan stammt aus dem Odenwald!

Der Tag in der Oribi Gorge war leider wolkig und regnerisch – schade für die schöne Schlucht! Besuchten daher noch Lake Eland, ein privates Game Reserve mit allerhand Freizeitmöglichkeiten wie Ziplining – seeehr hoch!! Nix für uns!

Port St. Johns an der Wildcoast –  toller Ausblick auf die Flussmündung zwischen hohen Felswänden. Nette Strände, die man sich ab und zu mit Kühen teilen muss und ein kleines Städtchen, das schon einmal bessere Zeiten gesehen hat. Seeehr afrikanisch, obwohl man sich mit Säuberungskolonnen Mühe gibt. Baden im Moment nicht angeraten – Haie!
Überraschung: mitten auf unserem Lodgegelände starteten und landeten die Militärhubschrauber, die an der großen Übung auf den umliegenden Bergen teilnahmen! Die Piloten wohnten in der Lodge und 10 m von unserer Terrasse entfernt, parkten die Hubschrauber! In Deutschland undenkbar!

Zurück in St. Lucia, verbrachten wir einen relaxten Badetag am Cape Vidal mit Game Drive!

Großes Maiwochenende in Hazyview – wir hatten uns wieder im Shingalana Guesthouse bei Adele eingemietet – home away from home!
Gut, dass wir uns vorab Permits für den Parkeinlass im Kruger NP besorgt hatten – morgens wartete eine 750 m lange Autoschlange auf Einlass! Chaos pur – aber mit Preit durfte an vor. Richtig Spaß gemacht haben die Game Drives dann nicht – einfach zum viel los!

Dafür aber umso mehr, als wir noch ein paar Tage in Berg-en-dal, Olifants und Satara verbrachten! Tolle Tiersichtungen und die Landschaft hatte sich schon deutlich verändert – es ist Herbst! Da kam wieder richtiges „Krüger-Feeling“ auf!! Zwischendurch Autotausch in Berg-en-dal, weil unser Ford EcoSport gewartet werden musste! Für ein paar Tage Umstieg auf einen Hyundai Tucson.

Dann zum Autotausch nach Johannesburg mit einer Zwischenübernachtung in der schönen President Lodge. Zum Restaurant in 300 m Entfernung nur mit Auto!!!
Der Autotausch klappte relativ problemlos und mit unserem relativ neuen X-Trail 4x4 konnte es auf die lange Fahrt zum Kgalagadi Transfrontier Park mit Zwischenstopp in Kuruman gehen – quer durchs Land! Unspektakuläre Fahrt durchs Veld – Mais und Sonnenblumenfeldgr! Unerwartet nette Unterkunft „The Hedge“ im Mienenstädtchen Kuruman, leider ging durch eine Umleitung der Hauptstraße, viel Verkehr vorbei! Abwehr die Nacht war ok!

Am nächsten Tag über Upington – gepflegteste Stadt in Südafrika, soweit wir das gesehen haben – in die Kgalagadi Lodge 5 Minuten zum Park. Sehr schöne Unterkunft mit View, die Besitzer könnten etwas freundlicher sein.

Leider „nur“ 3 volle Tage Kgalagadi Transfrontier Park!!! Die Raubkatzensichtungen waren super – Geparden mit Jungen und beim Jagen, Löwen mit Riss, endlich einen Caracal, Löffelhunde, Herden von Springböcken, Gamsböcken, sogar Giraffen! Wir wären so gerne länger geblieben, aber dann fiel uns ein, dass wir am 17. Mai Südafrika verlassen müssen! Achtung: Beschränkung 20 Fahrzeuge pro Tag von außen!! Also nicht Lodge außerhalb buchen und dann keinen Permit bekommen!!!

Nach einem weiteren fulminanten Game Drive Morgen im Kgalagadi Transfrontier Park!, Aufbruch nach Namibia!!! Wow, wow, wow – Rieseneule, Geparden, Schakale, Honigdachs und Löwen mit Kill innerhalb von nicht einmal 2 Stunden – und den Leoparden um Minuten verpasst!!! Dazu strahlend blauer Himmel, noch grüne Vegetation und angenehme Tagestemperaturen (nachts gen 0 Grad) … wer will da schon nach Namibia!!! Aber wir müssen, morgen läuft unser Visum für Südafrika ab!

Sonntag am PC

Sonntag, 15. April 2018

Reiseplanung

Morgennebel vor unserer Terrasse! Der verzieht sich und es wird ein super angenehmer heiterer Tag hier in Winterton. Da die Berge morgens noch verhangen sind, geben wir uns an unsere weitere Reiseplanung und verbraten mal schön unsere 1 GB Datenrate! Das WLAN ist auf der Terrasse einfach zu schwach für kontinuierliches Surfen.

Schwierige Unterkunftssuche an der Wildcoast

Bis mittags sind wir schon etwas genervt, weil wir mit den Unterkünften an der Wildcoast bei St. Johns hadern. Das, was gut klingt ist ausgebucht und/oder sehr teuer. Für den Rest, der bei Booking.com oder Google als frei gezeigt wird, sind die Kritiken unterirdisch … „kam mir  vor wie bei den Flodders … ! In der Verzweiflung rufe ich sogar das beste, aber sehr teure Umgazi River Resort an – alles ausgebucht. War zu erwarten, die Website zeigt ausgerechnet für unseren gewünschten Zeitruam „fully booked“ an!

Entdecke noch eine Lodge am River, leider nicht an den Stränden! Buche im Austausch zu den Tagen, die wir für die Oribi Gorge geplant haben. Leider ist die Wettervorhersage für die Oribi George nicht besonders! Mist! Und, was uns erst später auffällt – wir müssen dann in einem Tag nach St Lucia fahren – Google Maps gibt schlappe 7,5 Stunden Fahrtzeit an!! Davon alleine 4 Stunden von Port St. Johns nach Port Shepstone!!

Anschließend haben wir nämlich beschlossen, den Rest der Tage ein Südafrika vorzubuchen, weil uns das lange 1. Mai-Wochenende in die Quere kommt – ganz Südafrika ist unterwegs!! Und wir müssen noch unser Auto tauschen, weil wir uns der 20.000 km Wartungsgrenze nähern.

Also noch 2 Nächte St. Lucia zum Sonderpreis (länger ging nicht), dann über die kritischen Tage zurück zum Shingalana Guesthouse in Hazyview (Autotausch in Nelspruit) und der Rest bis zum 10. Mai – Krüger NP!!!!!!!!!!!! Wir können es nicht lassen!!

Hammerpanorama Cathedral Peak

Samstag, 14. April 2018

Ein Blick nach draußen – Berge ziemlich frei! Die Wettervorhersage für Cathedral Peak gibt uns bis Nachmittag, bevor Wolken aufziehen sollen! Kurz nach 8 Uhr starten wir. Es ist nicht ganz so weit wie gestern zum Royal Natal NP, nur 45 Minuten Anfahrt.

Hammerpanorama!!!!

Die ersten Kilometer sind unspektakulär durch Farmland, vorbei an einer Wine Estate – ja so etwas gibt es hier auch, und durch „Waldplantagen“. Aber dann kommen wir höher und ein „hammermäßiges Panorama“ liegt vor uns! Weite Flusslandschaft, an den Hügeln ausufernde Dörfer und im Hintergrund das Massiv des Cathedral Peak. Allein dieser Anblick lohnt schon die Fahrt hierher! Leider gibt es wenig ungefährliche Haltemöglichkeiten an der „winding“ Road – das teilweise 2-3m hohe Gras beginnt direkt an der Fahrbahn! Nur ein wenig klarer könnte es sein!

Toll gekleidete Frauen

Der Knaller sind immer wieder die bunt gekleideten Frauen – Fotomotive ohne Ende! Allerdings trauen wir uns nicht so recht und fragen ist an der Straße schwierig! Auch für Stockfotograie auch untauglich – wer unterschreibt uns hier das Model Release (Erlaubnis zur Verwendung der Fotos).

Auf einer mit weißen Steinen umlegten Wiese am Hang oberhalb der Straße beobachten wir ganz in Weiß gekleidete Frauen und einen „Priester“ – was ist das? Zu schnell sind wir vorbei und  keine Möglichkeit zu drehen!

Unten im Tal überqueren wir den breiten Gebirgsfluss. Von der Brücke aus können wir Frauen beim Waschen beobachten. Bunte Tücher sind auf den Felsen zum Trocknen ausgebreitet. Im Winter bestimmt nicht spaßig!

Nationalpark

Am Gate zum Nationalpark müssen wir uns mit Autokennzeichen und Namen registrieren. Das gleiche auf einem anderen Brett nochmal, als wir unsere Wildcard zücken, die auch hier gilt.
Und dann rennt der Officer nochmal in seine Hütte, um ums einen Plan der Wanderwege zu bringen. Oberhalb ragen die schönen Hütten des Didima Camps auf und es gibt eine Parkmöglichkeit für Hiker!

Cathedral Peak Hotel

Wir sind diesmal schlauer und parken nicht am Hiker-Parkplatz! 2007 waren wir hier gestartet und mussten erst ein gutes Stück den Berg hoch, bevor die eigentlichen Hiking Trails auf dem Privatgelände des Cathedral Peak Hotels starten. Also 50 Rand am zweiten Gate als Besucher des Hotels berappen, von denen man bei Verzehr im Hotel aber 30 Rand angerechnet bekommt!

Das ehrwürdige Bergresort mit eigenem Golfplatz, Pferdeställen etc. liegt in toller Aussichtslage auf den Cathedral Peak. Anscheinend ist seit unserem ersten Besuch einiges renoviert worden. Ein deutsches Pärchen berichtet uns von schönen Zimmern, allerdings mäßigem Essen.

Wanderung zu den Doreen Falls

Auf dem Weg zu den Doreen Falls, diesen relativ kurzen Hike haben wir uns für heute ausgesucht, sehen wir eine Drohne fliegen! Da das Privatgelände ist, wohl kein Problem. Der „Drohnenpilot“ berichtet von tollem Flugpanorama heute morgen gegen 7 Uhr. Inzwischen sind nämlich die angekündigten Wolken schon näher gerückt. Wir laufen trotzdem den netten Weg und entdecken einen ganz bunten Grashüpfer und Buschböcke!

Schlange verpasst

Der Vater der Braut einer Hochzeitsgesellschaft – der Junior der Hotelbesitzer hat gestern hier geheiratet, meint, ob wir auch die Schlange gesehen hätten! Ganz „neidvoll“ blickt Uwe auf das Foto einer Bergadder, das er uns auf seinem Fotoapparat zeigt. Ich weniger, bin aber ab jetzt noch aufmerksamer, wo ich hinlaufe! Ungutes Gefühl, wenn man im hohen Gras herumstapft!!
Diese Art würde im Gegensatz zur Puffotter flüchten – wie tröstlich!

Die Hochzeitsgesellschaft läuft leider den gleichen Weg wie wir und so ist an den kleinen Fällen erstmal Halligalli. Ein kurzes Stück steil nach oben geht es noch zu den Albert Falls, die uns gut gefallen – mehr Kaskaden als Fälle!

Gewitterstimmung – gut für Fotos

Es wird duster und ein erstes Donnern ist zu vernehmen. Schade, wir wären gerne noch ein Stück gelaufen. Ein weiterer Wanderweg in die Schlucht zweigt hier ab, dem wir hätten folgen können. Aber nass werden, wollen wir auch nicht. Dafür werden wir mit tollen Ansichten auf sonnenbeschienen Hänge vor dunklem Himmel belohnt. Klasse Fotomotive!
Durch den vielen Regen die Tage vorher, stürzt sich an vielen Stellen Wasser in die Tiefe. Auch sonst harmlose Überquerungen von kleinen Bächen, werden schwieriger – Rock hopping mit evtl. nassen Füßen!

Wanderer so und so … perfekt ausgerüstet sind nur die Europäer

Auf der Terrasse des Hotels – wir bleiben bis auf ein paar harmlose Tröpfchen trocken, kurze Stärkung mit Waffeln und Sandwich! Lustige Gegensätze: elegant gekleidete Hochzeitsgäste mit Highheels (über Geschmack lässt sich streiten) mischen sich mit Wanderern.

Wobei uns auffällt – die Südafrikaner tragen zum Wandern und auch Safari bunte Sportkleidung und Turnschuhe. Sieht man gut ausgerüstete Hiker mit Funktionshemden/hosen und Trekkingschuhen, dann sind das bestimmt Europäer, insbesondere natürlich Deutsche in Jack Wolfskin, Schöffel, Lowa etc.! Uns nicht ausgenommen! Ich liebe diese unempfindliche Kleidung zum Reisen!

OK Markt versus Spar

Auf der Rückfahrt ziehen sich die Berge hinter uns endgültig zu. Kurzer Einkaufsstopp beim OK Markt – hier gehen viele Weiße einkaufen, im Gegensatz zum brandneu aussehenden Sparmarkt. Wir sehen beim Tanken nebenan kein einziges weißes Gesicht aus dem Laden kommen! Was auch auffällt: Werbung sieht man meistens nur noch mit Schwarzen oder Farbigen, im OK Markt nur mit weißen Gesichtern! Kommt uns vor wie die letzte Bastion im Städtchen!
Valita, unsere Gastgeberin, meint allerdings, dass es daran liegt, dass der Spar keine Aircondition hat und es merkwürdig nach Fleisch riecht! Mmmmhh …

Donner und Blitze – daheim auf der Terrasse! In der Ferne regnet es. Man kann hier weit schauen!

Royal Natal NP – grandioses Amphitheatre

Freitag, 13. April 2018

Royal Natal NP – Amphitheatre einfach genial

Das fantastische Massiv des „Amphitheatres“ im nördlich gelegenen Royal Natal NP kennen wir schon von unserem ersten Besuch hier vor 11 Jahren. Circa 50 Minuten Fahrtzeit sind es über Bergville zum Park. Wir brauchen länger!! Denn vor dem Dorf Bonjaneni „zwingt“ uns ein riesiges Feld mit bunten Blümchen mit Kulisse Amphitheatre zum Aussteigen und Fotografieren! Leider sind die Bergspitzen noch in den Wolken.

Gorge Walk – Tugela zweithöchster Wasserfall der Erde

Unsere Wildcard gilt auch hier – wieder Geld gespart! Wir wollen den Gorge Walk machen – 7 km in die Schlucht des Tugela Rivers! Der zweithöchste Wasserfall der Erde stürzt sich hier über das Felsmassiv. Die wohl beliebteste Wanderung im Park, die wir schon von früher kennen. Leider erfahren wir im Visitor Center, dass die „Ladder“ über einen Felshang kaputt ist und man nicht bis ans Ende kommt! Die war schon 2007 marode und jetzt hat sie wohl endgültig den Geist aufgegeben! Egal, wir fahren über eine ziemlich miese Teerstraße zum Car Park und laufen dann gegen 10 Uhr bei Sonnenschein und besten Wandertemperaturen los. Anhand der Autozahl sehen wir, dass sich der Betrieb heute ein Grenzen hält.

Der Weg führt zuerst durch riverine Forest (Flusswald hört sich komisch an ;-)), bis das wunderschön gelegene Tendele Rest Camp in den Blick kommt. Es ist ziemlich matschig hier, da es viel geregnet hat. Das wird besser, als sich der Weg über die grün/gelben Hügel mit Blick auf den Tugela River unten zieht! Um es kurz zu machen – wir kommen nicht sehr weit! Immer wieder bleiben wir stehen und fotografieren und filmen die gigantische Aussicht! Später verziehen sich auch die Wolken endgültig. Freier Blick auf die Tugela Falls – allerdings weit entfernt. Unten am Fluss entdecken wir Tiere – Eland Antilopen, wie ein Blick durchs Fernglas bestätigt.

Der Hike führt immer wieder durch „Forest Pockets“ und kleine Rinnsale, in denen der Weg nicht abtrocknen kann und entsprechend morastig ist es. Gut, dass ich meinen Stock dabei habe! Anfangs wundere ich mich noch, dass mir heute der Gleichgewichtssinn etwas fehlt. Bis mir einfällt, dass das an meiner Gleitsichtsonnenbrille liegen könnte – das Alter!!! 😉

Da die kaputte Leiter verhindert, dass man den Weg bis zu Ende folgen kann (später lese ich, dass es noch einen „Umweg“ gibt), haben wir irgendwann die Nase voll vom Matsch (6 km?) und drehen um. Es ist eh schön spät (14:30 Uhr) und wir genießen lieber noch ein wenig das tolle Bergpanorama auf dem Rückweg!

Und da es gerade auf dem  Weg liegt, kehren wir wieder in Bingelela ein – super Essen hier! Diesmal Malaysian Seafood Curry … leeecker!

Fahren bei Dunkelheit ist kein Vergnügen

Fahren bei Dunkelheit ist auch hier kein Vergnügen! Zwar laufen auf diesen Hauptstraße nicht dauernd Leute herum, aber das Gras – 2 bis 3 Meter hoch, beginnt gleich neben der Fahrbahn und die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos blenden sehr. Es kommt uns vor, als hätten die hier andere Einstellungen als bei uns.

Kommen noch, wie auf vielen Straßen in Südafrika, reger Fußgängerverkehr (total im Dunkeln ohne Licht), Potholes (tiefe Schlaglöcher), die man im Hellen schon schwer erkennen kann, und „Crazy Driver“ dazu, dann wird es kritisch. Also besser Fahren bei Dunkelheit vermeiden.

Von den Subtropen in die imposanten Drakensberge

12. April 2018

Tschüss St Lucia …

Wollten wir aus St. Lucia weg bei strahlendem Sonnenschein? Eigentlich nicht, aber wir hatten uns bei Drakensview Self Catering in Winterton vor den Drakensbergen eingebucht und verschieben ging nicht! Schweren Herzens nach 8 Tagen also los von unserer angenehmen Lodge Afriqué in St. Lucia, den schönen Strände und der besondere Szenerie des iSimangaliso Wetland Parks, um in einem Rutsch Richtung Drakensberge zu fahren. Start 8:20 Uhr!

Knapp 6 Stunden Fahrzeit auf weitgehend gut ausgebauten „Autobahnen“. Die Scenic-Tour durch Shakaland sparen wir uns, da im Inland dicke Wolken hängen. Die Zulu-Folklore haben wir vor 25 Jahren schon genossen. Unsere Kinder „schwärmen“ noch heute von der „Maispampe“ 😉 in Shakaland! Vom Meer oder den Badeorten bekommen wir auf der Schnellstraße kaum etwas mit. Bis Durban grüne Hügel mit viel Zuckerrohr unterbrochen von ausufernden Siedlungen; ab und zu erhaschen wir einen Blick aufs blauer Meer. Zeit für das Hörbuch „Quality Land“ von Marc-Uwe Kling – sehr zu empfehlen.

Vor Durban verschlechtert sich der Straßenzustand etwas, mehrere Autobahnbrücken übereinander – sind wir hier in LA gelandet! 😉 Kein Problem durchzukommen – schmucke Wohngebiete, moderne Einkaufscenter, bis dann doch einige schlimm aussehende „Favelas“ an den Hängen kleben!

Es geht hoch in die Berge! Kurzer Tankstopp bei Cato Ridge – Coffe Shop mit den bisher besten Blueberry Muffins in Südafrika! Einer bleibt immer beim Auto, das ja vollbeladen ist. Ein bisschen Unsicherheit ist da, aber alles sieht völlig normal aus und es passiert auch nichts!

Kurzer Schreck

Die N3 führt vorbei an dem sehr schön gelegenen Pietermaritzburg. Einen Stopp in der Innenstadt mit vollen Auto trauen wir uns nicht. Kurzer Schreck – dem Auto vor platzt auf der dreispurigen Autobahn bergauf der Reifen und ein Autoteil fliegt in unsere Richtung. Glücklicherweise konnten wir an der Seite halten und checken, dass nichts passiert war. Der Fahrer des „Unglückswagens“ stieg mitten auf der Straße aus, rechts und links brausen die Laster und Autos an ihm vorbei!

Drakensberge – gigantische Kulisse

Weiter geht´s durch die hügelige grün-gelbe Landschaft Richtung Harrismith – Warnschild „Goats“ auf der Schnellstraße! Das passiert eh immer wieder – Kühe und Ziegen rennen selbst auf breiten Straßen rum! Im Hintergrund kommen die majestätischen Drakensberge immer näher – über 3.000 m hohe Gipfel! Dann Abfahrt einige Kilometer in das kleine Landstädtchen Winterton – unsere Unterkunft soll hier ein paar Kilometer außerhalb auf einer Farm liegen.

Winterton

Der erste Eindruck bei Sonnenschein ist eigentlich recht nett – eine breite Allee führt entlang der Hauptstraße in das „Zentrum“ – heimelige Pensionen wie das Purple House, Coffee Shop mit Droerwors und Geschenkartikeln, kleiner Supermarkt. Vor der Brücke am sehr neu aussehenden großen Sparmarkt und über dem Fluss ändert sich das Bild – es wird afrikanisch! Die Idylle ist vorbei und man befindet sich in den üblichen Siedlungen der meist schwarzen Bevölkerung. Leider immer mit mehr Dreck und Staub verbunden und das liegt jetzt nicht unbedingt alleine an der Armut oder dem niedrigen Bildungsstand! Die Hütten und Häuser machen einen teils sehr properen Eindruck und besonders die Frauen sind oft in bunter, sehr adrett aussehender Kleidung unterwegs, was aber nicht heißt, dass rund um das Anwesen nicht der Müll liegen bleibt!

Sonntagsabends auf der Suche nach einem offenen Restaurant – im „Burenland“ geht es an diesem Tag ruhiger zu, laufen wir vor dem örtlichen Pub ein paar weißen Jägern über den Weg – auch nicht unser Ding! Sie hatten wohl schon vorgeglüht! Eine ähnliche Begegnung hatten wir schon in G´s Bistro in Hazyview – angetrunkene Weiße, nicht unbedingt aus der Oberschicht!

Drakensview Self Catering – guter Ausgangspunkt zu Drakensbergen

Weil wir nicht dauernd umziehen wollen, haben wir uns die preiswerte Unterkunft als Ausgangspunkt zu den Hotspots der zentralen und nördlichen Drakensberge ausgesucht. eine circa 30 – 60 minütige Anfahrten müssen wir halt in Kauf nehmen – früh aufstehen!

Zuerst biegen wir zu früh von der R600 zwei, drei Kilometer außerhalb von Winterton ab und landen bei einem freundlichen Bauern mit Kind auf dem Arm – komisch keine Schilder! Die Zufahrt zu unserer Unterkunft liegt 300 m weiter – hier gibt es auch die Schilder! 14 Uhr genau!

Valita, unsere nette Vermieterin, zeigt uns unsere neue Unterkunft in einem der drei nebeneinanderliegenden Einheiten in einem kleinen, schön angelegten Garten mit Blick auf die imposanten Drakensberge! Modern eingerichtet mit breitem Bett, Ohrensesseln (mit Likörchen auf dem Tisch + Infomaterial), Küchenzeile und Stockbetten – wir haben das Familienzimmer in der Mitte. Geräumige Terrasse mit eigenem Grillofen – perfekt für knapp 60 € die Nacht. WLAN ist nicht der „Burner“ – mit dem iPhone habe nur ich Empfang auf der Terrasse, springt dauernd raus. Ab er alles in allem werden wir die Tage später immer wieder bestätigt, dass wir eine gute Wahl getroffen haben.

Bergville – besser nicht! Bingelela Restaurant – sehr gut!

In unserer Naivität halten wir Bergville für ein adrettes Touristenstädtchen – weit gefehlt! Kaum ein weißes Gesicht sehen wir bei unseren drei Umkreisungen! Kommen uns irgendwie fehl am Platz vor – alles sehr afrikanisch, sodass wir uns selbst den kurzen Stopp beim Spar-Supermarkt sparen.

So sind wir schon um 17 Uhr beim 3 km außerhalb gelegenen Restaurant Bingelela (Empfehlung von Valita) – natürlich noch nichts los. Die Anlage liegt unterhalb eines kleinen Damms und hat eigene Hütten zum Übernachten. Rund um den kleinen Swimming Pool für Gäste befinden sich das Restaurant/Pub teils Open Air, teils in einer modern eingerichteten Booma. Alles sehr geschmackvoll!
Es ist kalt heute Abend! Wir entscheiden uns für die Booma, aber dort ist es fast kühler als draußen. Toller Hauswein – Sauvignon Blanc vom Westkap „Splattered Toad“ – die Kellnerin empfiehlt gleich eine Flasche für 90 Rand (um die 6€), weil billiger als Gläser. Uwe isst ein sehr gutes Filetsteak – Preise wie in Hazyview und ich seeehr leckere Linguine mit Prawns und Roasted Garlic! Die 20 minütige Fahrt hat sich gelohnt!

Wir nehmen an 4 Abenden die 24 Kilometer Anfahrt in Kauf und jedes Mal ist das Essen fantastisch – das Beste, was wir in Südafrika bisher bekommen haben! Seeeehr lecker!!

P. S. Auf der Website werden noch die alten Besitzer genannt. Am letzten Abend erfahren wir, dass die sehr netten neuen „Besitzer“ (Pächter) erst drei Wochen das Anwesen übernommen haben.

„Slow-Reisen“ klappt noch nicht …

12. April 2018

„Und natürlich wollen wir im Blog möglichst aktuell über unsere Aktivitäten berichten.“

Dieses Versprechen konnten wir leider bis jetzt nicht halten!

Ich weiß, größte „Sünde“ eines Blogs – wenn sich nichts bewegt! Ich bewundere alle Reiseblogger, die es schaffen, aktuell über ihre Erlebnisse zu berichten!!

Slow-Reisen klappt noch nicht

Wir sind seit 7 Wochen permanent unterwegs – vorgenommen hatten wir uns langsames Reisen und viel Zeit an einem Ort. Noch haben wir es nicht geschafft, auf „Slow-Reisen“ umzustellen. Es fällt uns nach wie vor schwer, einen Tag „untätig“ zu sein, zu viel gibt es zu entdecken … und zu fotografieren!

Natürlich hatten wir auch den einen oder anderen Tag, an dem das Wetter nicht so mitspielte. Aber dann waren wir damit beschäftigt, unsere weitere Reiseroute zu planen, „Buchhaltung“ zu machen, WhatsApp-Nachrichten zu verschicken, einzukaufen, zum Friseur gehen etc. …

Facebook

Aber es gibt ja noch Facebook! Unsere „reiseSpuren“ füttern wir dort mit kurzen Nachrichten und Fotos vom Handy – das geht schnell mal zwischendurch. Blog schreiben und noch schöne Fotos hochladen ist dagegen sehr zeitaufwendig!

Bloggen

Im Krüger NP sind wir in der Regel um 4:00 Uhr aufgestanden, um frühzeitig am Gate zu stehen! Nach einem langen heißen Safaritag, nur manchmal unterbrochen von einer Mittagspause, freuten wir uns nur noch, den Tag mit einem kühlen Bier zum Abendessen zu beschließen. Danach waren wir einfach zu ko zum Blog schreiben!

Das heißt ja nicht nur Texte verfassen, sondern auch Fotos aussuchen und bearbeiten, die erst noch von der Kamera-Karte auf den Laptop geladen werden müssen. Dann den Beitrag noch ins Netz stellen – das kann bei schlechten Internetverbindungen eine sehr langwierige Sachen sein. Wenn überhaupt ein Zugang steht! Datenvolumen bei Vodacom ist nicht ganz billig und läuft nach 30 Tagen ab. Also sind wir meist auf WLAN angewiesen.

Das wird auch in nächster Zeit nicht viel besser werden! In St. Lucia und hier, in den wunderschönen Drakensbergen, haben wir unsere weitere Reiseroute festgelegt und auch Namibia weitestgehend durchgeplant. Weiter geht´s – auf der Suche nach interessanten Motiven für die Kamera!