12. April 2018

Tschüss St Lucia …

Wollten wir aus St. Lucia weg bei strahlendem Sonnenschein? Eigentlich nicht, aber wir hatten uns bei Drakensview Self Catering in Winterton vor den Drakensbergen eingebucht und verschieben ging nicht! Schweren Herzens nach 8 Tagen also los von unserer angenehmen Lodge Afriqué in St. Lucia, den schönen Strände und der besondere Szenerie des iSimangaliso Wetland Parks, um in einem Rutsch Richtung Drakensberge zu fahren. Start 8:20 Uhr!

Knapp 6 Stunden Fahrzeit auf weitgehend gut ausgebauten „Autobahnen“. Die Scenic-Tour durch Shakaland sparen wir uns, da im Inland dicke Wolken hängen. Die Zulu-Folklore haben wir vor 25 Jahren schon genossen. Unsere Kinder „schwärmen“ noch heute von der „Maispampe“ 😉 in Shakaland! Vom Meer oder den Badeorten bekommen wir auf der Schnellstraße kaum etwas mit. Bis Durban grüne Hügel mit viel Zuckerrohr unterbrochen von ausufernden Siedlungen; ab und zu erhaschen wir einen Blick aufs blauer Meer. Zeit für das Hörbuch „Quality Land“ von Marc-Uwe Kling – sehr zu empfehlen.

Vor Durban verschlechtert sich der Straßenzustand etwas, mehrere Autobahnbrücken übereinander – sind wir hier in LA gelandet! 😉 Kein Problem durchzukommen – schmucke Wohngebiete, moderne Einkaufscenter, bis dann doch einige schlimm aussehende „Favelas“ an den Hängen kleben!

Es geht hoch in die Berge! Kurzer Tankstopp bei Cato Ridge – Coffe Shop mit den bisher besten Blueberry Muffins in Südafrika! Einer bleibt immer beim Auto, das ja vollbeladen ist. Ein bisschen Unsicherheit ist da, aber alles sieht völlig normal aus und es passiert auch nichts!

Kurzer Schreck

Die N3 führt vorbei an dem sehr schön gelegenen Pietermaritzburg. Einen Stopp in der Innenstadt mit vollen Auto trauen wir uns nicht. Kurzer Schreck – dem Auto vor platzt auf der dreispurigen Autobahn bergauf der Reifen und ein Autoteil fliegt in unsere Richtung. Glücklicherweise konnten wir an der Seite halten und checken, dass nichts passiert war. Der Fahrer des „Unglückswagens“ stieg mitten auf der Straße aus, rechts und links brausen die Laster und Autos an ihm vorbei!

Drakensberge – gigantische Kulisse

Weiter geht´s durch die hügelige grün-gelbe Landschaft Richtung Harrismith – Warnschild „Goats“ auf der Schnellstraße! Das passiert eh immer wieder – Kühe und Ziegen rennen selbst auf breiten Straßen rum! Im Hintergrund kommen die majestätischen Drakensberge immer näher – über 3.000 m hohe Gipfel! Dann Abfahrt einige Kilometer in das kleine Landstädtchen Winterton – unsere Unterkunft soll hier ein paar Kilometer außerhalb auf einer Farm liegen.

Winterton

Der erste Eindruck bei Sonnenschein ist eigentlich recht nett – eine breite Allee führt entlang der Hauptstraße in das „Zentrum“ – heimelige Pensionen wie das Purple House, Coffee Shop mit Droerwors und Geschenkartikeln, kleiner Supermarkt. Vor der Brücke am sehr neu aussehenden großen Sparmarkt und über dem Fluss ändert sich das Bild – es wird afrikanisch! Die Idylle ist vorbei und man befindet sich in den üblichen Siedlungen der meist schwarzen Bevölkerung. Leider immer mit mehr Dreck und Staub verbunden und das liegt jetzt nicht unbedingt alleine an der Armut oder dem niedrigen Bildungsstand! Die Hütten und Häuser machen einen teils sehr properen Eindruck und besonders die Frauen sind oft in bunter, sehr adrett aussehender Kleidung unterwegs, was aber nicht heißt, dass rund um das Anwesen nicht der Müll liegen bleibt!

Sonntagsabends auf der Suche nach einem offenen Restaurant – im „Burenland“ geht es an diesem Tag ruhiger zu, laufen wir vor dem örtlichen Pub ein paar weißen Jägern über den Weg – auch nicht unser Ding! Sie hatten wohl schon vorgeglüht! Eine ähnliche Begegnung hatten wir schon in G´s Bistro in Hazyview – angetrunkene Weiße, nicht unbedingt aus der Oberschicht!

Drakensview Self Catering – guter Ausgangspunkt zu Drakensbergen

Weil wir nicht dauernd umziehen wollen, haben wir uns die preiswerte Unterkunft als Ausgangspunkt zu den Hotspots der zentralen und nördlichen Drakensberge ausgesucht. eine circa 30 – 60 minütige Anfahrten müssen wir halt in Kauf nehmen – früh aufstehen!

Zuerst biegen wir zu früh von der R600 zwei, drei Kilometer außerhalb von Winterton ab und landen bei einem freundlichen Bauern mit Kind auf dem Arm – komisch keine Schilder! Die Zufahrt zu unserer Unterkunft liegt 300 m weiter – hier gibt es auch die Schilder! 14 Uhr genau!

Valita, unsere nette Vermieterin, zeigt uns unsere neue Unterkunft in einem der drei nebeneinanderliegenden Einheiten in einem kleinen, schön angelegten Garten mit Blick auf die imposanten Drakensberge! Modern eingerichtet mit breitem Bett, Ohrensesseln (mit Likörchen auf dem Tisch + Infomaterial), Küchenzeile und Stockbetten – wir haben das Familienzimmer in der Mitte. Geräumige Terrasse mit eigenem Grillofen – perfekt für knapp 60 € die Nacht. WLAN ist nicht der „Burner“ – mit dem iPhone habe nur ich Empfang auf der Terrasse, springt dauernd raus. Ab er alles in allem werden wir die Tage später immer wieder bestätigt, dass wir eine gute Wahl getroffen haben.

Bergville – besser nicht! Bingelela Restaurant – sehr gut!

In unserer Naivität halten wir Bergville für ein adrettes Touristenstädtchen – weit gefehlt! Kaum ein weißes Gesicht sehen wir bei unseren drei Umkreisungen! Kommen uns irgendwie fehl am Platz vor – alles sehr afrikanisch, sodass wir uns selbst den kurzen Stopp beim Spar-Supermarkt sparen.

So sind wir schon um 17 Uhr beim 3 km außerhalb gelegenen Restaurant Bingelela (Empfehlung von Valita) – natürlich noch nichts los. Die Anlage liegt unterhalb eines kleinen Damms und hat eigene Hütten zum Übernachten. Rund um den kleinen Swimming Pool für Gäste befinden sich das Restaurant/Pub teils Open Air, teils in einer modern eingerichteten Booma. Alles sehr geschmackvoll!
Es ist kalt heute Abend! Wir entscheiden uns für die Booma, aber dort ist es fast kühler als draußen. Toller Hauswein – Sauvignon Blanc vom Westkap „Splattered Toad“ – die Kellnerin empfiehlt gleich eine Flasche für 90 Rand (um die 6€), weil billiger als Gläser. Uwe isst ein sehr gutes Filetsteak – Preise wie in Hazyview und ich seeehr leckere Linguine mit Prawns und Roasted Garlic! Die 20 minütige Fahrt hat sich gelohnt!

Wir nehmen an 4 Abenden die 24 Kilometer Anfahrt in Kauf und jedes Mal ist das Essen fantastisch – das Beste, was wir in Südafrika bisher bekommen haben! Seeeehr lecker!!

P. S. Auf der Website werden noch die alten Besitzer genannt. Am letzten Abend erfahren wir, dass die sehr netten neuen „Besitzer“ (Pächter) erst drei Wochen das Anwesen übernommen haben.

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