Blütenzauber und gelbgrüne Reisfelder im Spätnachmittagslicht

Halbwegs „gute“ Luftwerte in Chiang Mai muss man nutzen!
Da die Ausgangssperre nur nachts von 22-4 Uhr gilt, machten wir uns spätnachmittags zu einer 2-stündigen Spritztour mit unserem Motorroller auf. Helm ist natürlich Pflicht, obwohl die warmen Temperaturen verleiten, ohne zu fahren! Aber erstens ist es zu gefährlich und zweitens kostet es Strafe, wenn man erwischt wird. Also nimmt man halt die nassen Haare hinterher in Kauf!

Schmale Landstraßen

Wir hatten kein bestimmtes Ziel, sondern gondelten Richtung Süden über schmale Landstraßen, durch kleine Ansiedlungen, vorbei an neu aus dem Boden gestampften (bewachten) Wohnsiedlungen, Resorts, Reisfeldern und Viehweiden. Wir waren positiv überrascht, wie idyllisch und ländlich alles ist, wenn man die Hauptstraßen hinter sich lässt!
Im Moment blühen viele unterschiedliche Baumarten und ganze Alleen sind gesäumt mit gelber Blütenpracht. Die Golden Shower Trees (Röhren-Kassien) dominieren, aber auch lila, orange und rote Baumblüten leuchten zwischendurch. Ganz zu schweigen von der Bougainvillea-Pracht als Straßenbepflanzung oder in den Gärten. Das im Spätnachmittagslicht mit warmen Temperaturen – einfach traumhaft!

Seit wir unser Haus bezogen haben, waren wir viel zu viel mit Nachbesserungen am Haus oder Bearbeitung unserer Fotos beschäftigt, um die tolle Landschaft um uns herum zu genießen. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, regelmäßig kleine Gebiete/Stadtteile zu erkunden, sei es zu Fuß oder mit dem Roller. Im Moment hat die Landschaft natürlich den Vorrang. So lange das öffentliche Leben ziemlich brach liegt und viele Geschäfte und Attraktionen geschlossen sind, macht es wenig Sinn, in die Innenstadt zu fahren.

Die erste Reisernte im Jahr

Nach der Reisernte im letzten Jahr wurden im „Flachland“ auf vielen Feldern neue Reispflanzen eingesetzt. In den höheren Regionen wie in Pai blieben die Felder trocken. Ob sie dort oben immer nur eine Reisernte haben oder dieses Jahr einfach zu trocken war, wissen wir nicht. Können wir erst nächstes Jahr berichten! 🙂

Inzwischen beginnt jetzt, Mitte April, schon wieder die nächste Ernte. Das kräftige Grün mit Wasserspiegelungen – ein Highlight für die Augen – geht in gelbgrün über und bald werden nur noch braune Stoppelfelder übrig sein. Vielleicht zieht sich die Burning Season deshalb bis Mitte/Ende April. Die Bauern verbrennen einfach die Erntereste. Allerdings haben wohl auch der Anstieg des Maisanbaus (Abbrennen der Felder) für die Industrie und viele Brandrodungen einen großen Anteil an der enorm steigenden Luftverschmutzung.

In Pai hatten wir die Reisernte noch per Hand gesehen, bei unserer Spritztour beobachteten wir zum ersten Mal eine maschinelle Ernte, bei der die Körner gleich auf einen Laster zum Abtransport geschüttet wurden. Aber auch um Chiang Mai sieht man noch Planen am Boden mit den zum Trocknen ausgebreiteten Reiskörnern.

Für uns sehr interessant, im abgeernteten Feld tummelten sich unterschiedliche Vogelarten. Leider hatten wir kein Foto mit Tele dabei!! Aber wir wissen ja jetzt, wo wir suchen müssen!

Resort und Restaurant mitten im Reisfeld

Das lustige Reklameschild für das Jungle De Cafe Resort machte uns neugierig und da es halbwegs auf dem Weg lag, folgten wir den Hinweisschildern mitten in die Reisfelder. Wir entdeckten eine ziemlich neue Anlage um einen kleinen See, mit Hütten zum Übernachten und einem nett aussehenden Restaurant. Natürlich war alles zu und wir konnten nur ein paar Blicke darauf werfen. Wie es aussah, wird auch noch kräftig erweitert. Wir werden uns das nach Corona sicher nochmal anschauen.

Der Blick über die Reisfelder zum Doi Suthep ist grandios!

Zurück entlang des Ping River

Da wir erst spät gestartet waren und vor der Dunkelheit zu Hause sein wollten, bogen wir irgendwann Richtung Ping River Road (4032) ab.
Die Straße zieht sich durch Dörfer mit bunten Wats, Schulen und Geschäften. Der Blick auf den Ping River ist nicht immer frei, da auch direkt am Ufer Häuser stehen. Teilweise tolle Anwesen im alten Lanna-Stil, aber auch das eine oder andere Hotel oder Café.

Aussicht auf den Mae Nam Ping

Einen kurzen Stopp legten wir an einer netten Aussichtsplattform zum Fluss ein – inklusive Fischfutter-Apparat und überdachten Pontons. Wir beobachteten eine Familie, die gerade durch den sehr seichten Fluss stapfte – Feierabendausflug!
Letzter Halt an einer Fußgänger/Mopedfahrer-Brücke über ein Wehr, an dem sich der Fluss in Mae Nam (Fluss) Ping und Mae Nam Ping Noi trennt. Hier zeigt sich, dass auch der Norden von einer der schlimmsten Dürren in Thailand betroffen ist. Der Ping wird ab hier aufgestaut, sodass er halbwegs wie ein richtiger Fluss aussieht! Vor dem Wehr gleicht er eher einem Bach mit vielen Inselchen. Jungs werfen hier ihre Netze um „was auch immer“ zu fischen.

Markt voller Menschen

Kurz vor der Chiang Mai Outer Ring Road passierten wir Markthallen, mit Lebensmittel- und Imbissständen. Zur abendlichen Stunde herrschte hier viel Betrieb – Fußgänger und Mopeds. Wie das mit dem „Abstand halten“ aussah, könnt ihr euch gerne selbst ausmalen! Aber die meisten trugen Masken, ob wegen Covid-19 oder Smog lässt sich natürlich nicht sagen!

Generell ist es in Asien ein Gebot der Rücksichtsnahme, bei Erkältungen durch das Tragen von Masken andere vor Ansteckung zu schützen. Ich selbst schmunzelte früher auch über japanische Touristen, die in Heidelberg in der Fußgängerzone mit Masken rumliefen. Da hat sich meine Meinung inzwischen geändert!
Ich denke, wir Europäer könnten uns ein gutes Beispiel daran nehmen! Die Erkältungs- und Grippesaison würde dann vielleicht glimpflicher abgehen. Nicht nur Covid-19, wie viele denken, auch die jährlich wiederkehrende „normale“ Grippe ist für Risikopatienten gefährlich. So forderte sie zum Beispiel in der schlimmen Saison 2018 trotz Impfstoff ca. 25.000 Tote allein in Deutschland (Ermittlung der Zahlen – siehe RKI). Das nur mal so nebenbei für alle, die den Vergleich von Covid-19 mit der „normalen“ Grippe für Verharmlosung halten!

Von dort über die mehrspurige Outer Ring Road, die wir mit dem Motorroller nicht so gerne befahren, ging es dann nach Hause in unsere Moo Baan Wang Tan!

Toller Ausflug, wieder Kraft geschöpft für viele Stunden nur zu Hause!

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Moo Baan Wang Tan

Jungle De Cafe Baan Tawai

Wat Sa Kaeo

Markt Pa Daet

Wehr Sop Mae Kha

2 Kommentare

  1. Karin

    Hallo Ihr Beiden,

    Danke für die Mitnahme auf dem Roller rund um Chiang Mai . Wir hoffen, dass Ihr noch viele dieser kleinen Touren machen könnt, solange Euch Corona das Reisen, Shoppen oder in Restaurants gehen verwehrt.

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    • Andrea

      Danke, liebe Karin! Wir freuen uns, dass du unseren Blog verfolgst. Herzliche Grüße aus Chiang Mai

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